Sécherheet am Klammen

Déi meeschten Accidenter am Klammen entstinn duerch mënschlech Feeler, mee a ganz wéinege Fäll och duerch d'Versoen vum Material.

Mat dëser Säit wëlle mir dech dorop opmierksam maachen wéini däi Klammgeschier nach sécher ass a wéini et wéinst der Sécherheet entsuergt muss ginn.

Mir leeën dir un d'Häerz de vollstännegen Artikel via dësem Link ze liesen:  Ausrüstung aussortieren oder weiter verwenden?

Hei ënnendrënner résuméiere mir déi wichtegsten Punkten:

Eigenverantwortung im Klettersport

Bei privater Ausrüstung ist jede*r selbst für den Zustand seiner*ihrer Ausrüstung verantwortlich und entscheidet eigenständig, wann aussortiert werden muss bzw. was noch weiterverwendet werden kann. Dabei sollte klar sein, dass man, wenn man mit altem Schrott in die Berge geht, nicht nur sich selbst, sondern auch seine Kamerad*innen gefährdet!

Wie lange hält meine Kletterausrüstung?

Sicherheitsrelevante Bergsportausrüstung unterliegt strengen Sicherheitsnormen. Dennoch gilt: Keine Ausrüstung hält ewig. Während moderne Fertigungsstandards Materialversagen bei Neuware extrem selten machen, liegt es in der Eigenverantwortung jedes Kletterers und jeder Kletterin, das eigene Material regelmäßig auf Verschleiß zu prüfen und rechtzeitig auszumustern.

Ob ein Ausrüstungsgegenstand ausgetauscht werden muss, lässt sich über ein 3-Schritte-Prinzip beurteilen:

  1. Gebrauchsanleitung (GAL) prüfen: Maximale Lebensdauer des Herstellers beachten.
  2. Sichtprüfung: Auf Risse, Einkerbungen, Verformungen oder Ausfransungen kontrollieren.
  3. Funktionsprüfung: Schnapper, Verstellmechanismen, Blockierfunktionen und Flexibilität testen.

1. Ausrüstung aus Kunststoff & Textil (Seile, Gurte, Schlingen, Helme)

Textile Materialien und Kunststoffe altern nicht nur durch mechanische Belastung, sondern auch durch UV-Strahlung, Alterung der Polymere und Umwelteinflüsse.

  • Kletterseile:
    • Sichtkontakt zum Kern: Sobald der Kern unter dem Mantel sichtbar wird (z. B. nach Steinschlag oder starkem Abrieb), muss das Seil ausgesondert oder gekürzt werden.
    • Der Knicktest: Lässt sich das Seil an einer Stelle so eng biegen, dass die Schlaufe ohne Innenraum („Auge“) flach zusammenliegt, ist der Kern strukturell beschädigt.
  • Klettergurte & Schlingen:
    • Sicherheitsnähte: Beschädigungen an den Kontrastnähten sind ein klares Ausmusterungskriterium.
    • Eingebundene Anseilschlaufen: Ist der Abriebschutz an den Einbindepunkten durchgescheuert, muss der Gurt ersetzt werden. Wichtig: Durchgescheuerte Stellen niemals mit Klebeband umwickeln – Klebstoffe können das Gewebe chemisch schädigen!
    • Dyneema-Schlingen: Sehr dünne Bandschlingen sind extrem fest, aber empfindlich gegenüber Abrieb. Sie sollten bei regelmäßiger Nutzung oft schon nach 3 bis 5 Jahren ausgetauscht werden.
  • Kletterhelme:
    • Nach einem harten Sturz, Schlag oder Steinschlag muss der Helm ersetzt werden – auch wenn äußerlich nur kleine Dellen sichtbar sind. Risse im Dämpfungsschaum (EPS/Styropor) beeinträchtigen die Schutzfunktion erheblich.

2. Ausrüstung aus Metall (Karabiner, Sicherungsgeräte, Steigeisen)

Metallkomponenten sind extrem langlebig, unterliegen aber Abrieb und mechanischen Beschädigungen durch Seilreibung und Felskontakt.

  • Einkerbungen & scharfe Kanten: Durch durchlaufende Seile entstehen in Karabinern oder Abseilgeräten mit der Zeit Riefen. Entstehen dadurch scharfe Kanten, können diese das Kletterseil im Ernstfall wie ein Messer durchschneiden!
  • Funktion der Schnapper & Sperren: Karabinerschnapper müssen flüssig und vollständig von selbst schließen.
  • Verformungen & Risse: Verformte Karabiner oder Risse im Metall bedeuten das sofortige Aus.

3. Hintergrundwissen: Begriffe kurz erklärt

Wer Ausrüstung kauft oder prüft, stößt oft auf diese Abkürzungen:

  • PSA (Persönliche Schutzausrüstung): Sicherheitsrelevante Gegenstände, die strengen gesetzlichen EU-Anforderungen unterliegen.
  • CE / EN / UIAA: Prüfsiegel und Sicherheitsnormen. Die UIAA-Normen der weltweiten Bergsportverbände stellen oft noch höhere Sicherheitsanforderungen als die europäischen Mindeststandards (EN).
  • Lebensdauer vs. Gebrauchsdauer:
    • Lebensdauer: Die maximale Zeitspanne, die der Hersteller bei optimaler Lagerung (dunkel, kühl, trocken, unbenutzt) garantiert.
    • Gebrauchsdauer: Die tatsächliche Nutzungszeit. Sie endet durch Verschleiß, Abnutzung oder Beschädigungen meist deutlich vor Ablauf der maximalen Lebensdauer.